| Red Hat Enterprise Linux 4: Einführung in die System-Administration | ||
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| Zurück | Kapitel 5. Speicher verwalten | Nach vorne |
Systemadministratoren müssen im Laufe ihrer tagtäglichen Arbeit auf Speicher achten. Es gibt verschiedene Probleme, die dabei bedacht werden müssen:
Freien Speicherplatz überwachen
Probleme mit Festplattenquoten
Datei-bezogene Probleme
Verzeichnis-bezogene Probleme
Backup-bezogene Probleme
Performance-bezogene Probleme
Speicher hinzufügen/entfernen
Die folgenden Abschnitte beschreiben jedes dieser Probleme in größerem Detail.
Das Sicherstellen, dass genügend freier Speicherplatz zur Verfügung steht, steht täglich ganz oben auf der Liste eines Systemadministrators. Der Grund, warum regelmäßiges, häufiges Überprüfen auf freien Speicherplatz so wichtig ist, ist die Tatsache, dass freier Platz so dynamisch ist; einen Moment lang kann es genug freien Speicher geben und dann im nächsten Moment wiederum fast gar keinen.
Im Allgemeinen gibt es drei Gründe für einen Mangel an freiem Speicherplatz:
Übermäßige Nutzung durch einen Benutzer
Übermäßige Nutzung durch eine Applikation
Normales Ansteigen der Nutzung
Diese Gründe werden in den nächsten Abschnitten genauer beschrieben.
Verschiedene Personen haben eine unterschiedliche Auffassung von Ordnungsliebe. Einige sind geschockt, wenn sich ein paar Staubkörnchen auf deren Tisch befinden, während andere eine Kollektion alter Pizzakartons des vergangenen Jahres neben dem Sofa besitzen. Das selbe gilt bei deren Umgang mit Speicher:
Einige sind sehr genau mit deren Umgang der Speicherverwendung und lassen niemals ungenutzte Dateien irgendwo auf dem System herumliegen.
Andere scheinen nie die Zeit zu finden, um unnütze Dateien loszuwerden, die nicht mehr länger benötigt werden.
Sind Benutzer für die Verwendung großer Speichermengen verantwortlich, sind dies häufig solche der zweiten Gruppe.
Dies ist ein Bereich, in dem Systemadministratoren alle ihre diplomatischen und sozialen Fähigkeiten einsetzen müssen. Häufig werden Diskussionen über Festplattenplatz emotional, da einige der Benutzer die Einschränkungen der Nutzung der Festplatte als Erschwerung ihrer Arbeit ansehen oder als nicht in diesem Umfang gerechtfertigte Maßnahme oder sie einfach glauben nicht die Zeit zu haben, ihre Dateien aufzuräumen.
Der geübte Systemadministrator berücksichtigt in solchen Situationen viele Faktoren. Sind die Einschränkungen fair und vernünftig für die Art der Arbeit, die von dieser Person ausgeführt wird? Nutzt diese Person ihren Festplattenplatz angemessen? Können Sie dieser Person helfen, die Speichernutzung zu reduzieren (z.B. in dem Sie eine Backup-CD-ROM aller E-Mails des letzten Jahres oder so anlegen)? Ihre Aufgabe während des Gesprächs ist es, genau dies herauszufinden und dabei auch sicherzustellen, dass jemand, der soviel Platz nicht benötigt, aufräumt.
Egal wie, Sie sollten auf jeden Fall das Gespräch auf einer professionellen, faktischen Ebene führen. Versuchen Sie, die Probleme des Benutzers höflich anzusprechen ("Ich verstehe, dass Sie sehr beschäftigt sind, aber Ihre Mitarbeiter in Ihrer Abteilung haben die gleiche Verantwortung, keinen Speicher zu verschwenden und deren durchschnittliche Nutzung liegt bei der Hälfte von dem, was Sie verwenden") und das Gespräch auf das eigentliche Problem lenken. Bieten Sie Hilfe an, wenn das Problem mangelnde Kenntnisse/Erfahrung ist.
Das Angehen an eine Situation auf einfühlsame jedoch bestimmte Art und Weise ist häufig besser als das Einsetzen Ihrer Autorität als Systemadministrator, um ein gewisses Resultat zu erzwingen. Manchmal ist zum Beispiel auch ein Kompromiss zwischen Ihnen und dem Benutzer nötig. Dieser Kompromiss kann eine der drei Formen annehmen:
Temporären Speicherplatz vergeben
Archivbackups durchführen
Aufgeben
Sie werden vielleicht merken, dass Benutzer ihre Speichernutzung einschränken, wenn diese eine gewisse Menge an temporärem Speicherplatz zur Verfügung haben, den sie ohne Einschränkung verwenden können. Dies ermöglicht ihnen, ohne Sorge um den Speicher zu arbeiten, bis ein gewisser Punkt erreicht ist, an dem dann aufgeräumt und somit festgestellt werden kann, welche Dateien im temporären Speicher wirklich benötigt werden und welche nicht.
![]() | Achtung |
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Wenn Sie diese Möglichkeit anbieten, tappen Sie nicht in die Falle, diesen temporären Speicherplatz zum permanenten Speicherplatz werden zu lassen. Lassen Sie keine Zweifel offen, dass dieser Speicherplatz nur temporär ist und es keine Garantie gibt, Daten aufzubewahren: es werden keine Backups von Daten im temporären Speicherplatz angefertigt. Viele Systemadministratoren unterstreichen diese Tatsache, in dem sie automatisch alle Dateien im temporären Speicher löschen, die älter als ein gewisses Datum sind (z.B. nach einer Woche). |
Manchmal besitzt ein Benutzer auch viele Dateien, die offensichtlich so alt sind, dass ständiger Zugriff auf diese relativ unwahrscheinlich ist. Stellen Sie sicher, das dies auch der Fall ist. Manchmal sind einzelne Benutzer auch für die Instandhaltung eines Archiv alter Daten zuständig; dann sollten Sie diesen durch die Erstellung mehrerer Backups behilflich sein, die genauso wie die archivischen Backups des Datenzentrums behandelt werden.
Es gibt jedoch auch Umstände, bei denen der Wert der Daten etwas dubios erscheint. Hier ist es hilfreich, ein spezielles Backup anzubieten. Sie führen ein Backup der alten Daten durch und geben dem Benutzer dieses Backup, wobei Sie gleichzeitig erklären, dass der Benutzer für die Aufbewahrung verantwortlich ist. Sollte Zugriff auf die Daten ermöglicht werden, sollte der Benutzer Sie (oder den jeweilig Verantwortlichen — wie auch immer dies in Ihrem Unternehmen gehandhabt wird) bitten, die Daten wiederherzustellen.
Es müssen einige Dinge beachtet werden, damit dies nicht zum Problem wird. Als erstes sollten Sie keine Backups von Dateien durchführen, die wahrscheinlich noch gebraucht werden; wählen Sie keine Dateien, die viel zu neu sind. Als nächstes sollten Sie sicherstellen, dass Sie in der Lage sind, die Daten wiederherzustellen, sollte dies gewünscht werden. Dies bedeutet, das die Backup-Medien in einem Format sind, von dem Sie sicher sind, das dieses in der nächsten Zukunft von Ihrem Datenzentrum weiter unterstützt wird.
![]() | Tipp |
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Ihre Wahl des Backup-Mediums sollte auch die Technologien in Betracht ziehen, die den Benutzer die Datenwiederherstellung alleine durchführen lassen können. So ist zum Beispiel das Sichern mehrerer Gigabytes auf CD-R mehr Arbeit als das Speichern auf Band mit einem einzigen Befehl, aber denken Sie daran, dass der Benutzer auf die Daten auf CD-R selbst zugreifen kann, wann auch immer er diese benötigt — ohne dass Sie dabei involviert sein müssen. |
Manchmal sind Applikationen für übermäßige Nutzung verantwortlich. Die Gründe hierfür sind verschieden, können aber folgende enthalten:
Verbesserungen in der Funktionalität der Applikation erfordern mehr Speicher
Ein Ansteigen der Benutzerzahl, die diese Applikation verwenden
Die Applikation räumt nicht auf und lässt nicht länger benötigte, temporäre Dateien auf der Festplatte
Die Applikation funktioniert nicht richtig, und verwendet mehr Speicher als vorgesehen
Ihre Aufgabe ist es festzulegen, welche der Gründe auf dieser Liste auf Ihre Situation zutreffend sind. Indem Sie die Applikationen sowie das Benutzerverhalten in Ihrem Datencenter kennen, sollten Sie in der Lage sein, einige dieser Gründe auszuschließen. Was danach oft noch zu tun ist, ist ein wenig detektivische Arbeit, indem nachgeforscht wird, was mit dem Speicher geschehen ist. Dies sollte schlussendlich den Bereich stark eingrenzen.
Sie müssen nun die angemessenen Schritte einleiten; sei es das Hinzufügen von Speicher, um eine beliebte Applikation zu unterstützen, das Kontaktieren der Entwickler dieser Applikation, um Dateicharakteristika zu diskutieren oder das Erstellen von Skripts, um hinter der Applikation aufzuräumen.
Die meisten Unternehmen erfahren langfristig einen gewissen Grad an Wachstum. Daher ist es normal, ein Wachstum der Speichernutzung zu erwarten. In den meisten Situationen kann eine kontinuierliche Überwachung die durchschnittlichen Speichernutzung in Ihrem Unternehmen aufzeigen; diese Rate kann dann verwendet werden, um den Zeitpunkt zu bestimmten, an dem zusätzlicher Speicher hinzugefügt werden sollte, noch bevor Ihr freier Speicherplatz nicht mehr ausreicht.
Wenn Sie aufgrund normalem Wachstums unerwartet nicht mehr genügend Speicherplatz haben sollten, dann haben Sie Ihre Aufgaben nicht richtig erfüllt.
Manchmal können große zusätzliche Anforderungen an den Systemspeicher unerwartet auftreten. Ihr Unternehmen hat vielleicht mit einem anderen Unternehmen fusioniert und erfordert nun schnelle Änderungen in der IT-Infrastruktur (und daher auch in Bezug auf den Speicher). Oder ein neues Projekt mit hoher Priorität ist mehr oder weniger über Nacht hereingekommen. Änderungen an einer bestehenden Applikation könnten ebenso zu generell erhöhtem Speicherbedarf geführt haben.
Egal welches Ereignis dafür verantwortlich ist, es wird immer Zeiten geben, an denen Sie überrumpelt werden. Um sich auf diese Dinge vorzubereiten, sollten Sie die Speicherarchitektur für größte Flexibilität konfigurieren. Speicher in Reserve zu haben (wenn möglich) kann die Auswirkungen solch ungeplanter Vorkommnisse ausgleichen.
Oftmals ist das Erste, das vielen zum Thema Festplattenquote in den Sinn kommt, dass diese dazu verwendet werden, um Benutzer dazu zu zwingen, deren Verzeichnisse aufgeräumt zu halten. Während dies in einigen Fällen zutrifft, hilft es auch gleichzeitig, das Problem der Nutzung von Festplattenplatz von einer anderen Perspektive aus zu betrachten. Was ist zum Beispiel mit Applikationen, die aus verschiedenen Gründen zu viel Speicher benötigen? Es ist schon vorgekommen, dass Applikationen derartig ausfallen, dass sie den gesamten verfügbaren Festplattenplatz einnehmen. In solchen Fällen können Festplattenquoten den Schaden durch solche Applikationen begrenzen und diese zwingen, anzuhalten, bevor der gesamte freie Platz verwendet wurde.
Der schwierigste Teil der Implementierung und Verwaltung von Festplattenquoten ist das eigentliche Festlegen der Grenzen. Wie hoch sollen diese sein? Ein einfacher Ansatz wäre, den Festplattenplatz einfach gleichmäßig auf die Benutzer und/oder Gruppen aufzuteilen und diese Zahl dann als Quote pro Benutzer festzulegen. Wenn zum Beispiel ein System eine 100 GB Festplatte und 20 Benutzer hat, sollten jedem Benutzer nicht mehr als 5 GB zugewiesen werden. Auf diese Weise hätte jeder Benutzer 5 GB (die Festplatte wäre dann jedoch zu 100% voll).
Für Betriebssysteme, die dies ermöglichen, können höhere, temporäre Quoten gesetzt werden — zum Beispiel auf 7,5 GB mit einer permanenten Quote von 5 GB. Dies hat den Vorteil, dass Benutzer permanent nur ihre eigene Quote verwenden können, erlaubt jedoch eine gewisse Flexibilität, sollte ein Benutzer diese Grenze erreichen (oder überschreiten). Wenn Sie die Festplattenquote so einsetzen, überbelegen Sie genaugenommen den verfügbaren Festplattenplatz. Die temporäre Quote ist 7,5 GB. Überschreiten alle 20 Benutzer ihre permanente Quote zur gleichen Zeit und versuchen nun, ihre temporäre Quote auszunutzen, müsste die 100GB Festplatte eigentlich 150 GB fassen, damit jeder zur gleichen Zeit die temporäre Quote nutzen kann.
In der Praxis überschreitet aber nicht jeder Benutzer die permanente Quote zur gleichen Zeit, was eine gewisse Überbelegung zu einem vernünftigen Ansatz werden lässt. Die Festlegung der permanenten und temporären Quoten ist dem Systemadministrator überlassen, da jeder Einsatzort und jede Benutzergemeinschaft verschieden sind.
Systemadministratoren müssen sich häufig mit datei-bezogenen Problemen beschäftigen. Diese Probleme umfassen die folgenden:
Dateizugang
Datei-Sharing
Probleme mit dem Dateizugang drehen sich meistens um ein Szenario — ein Benutzer kann nicht auf eine Datei zugreifen, auf welche dieser aber seiner Meinung nach Zugriff haben sollte.
Meistens entsteht dies Problem, wenn Benutzer 1 eine Kopie einer Datei an Benutzer 2 weitergeben möchte. In den meisten Unternehmen sind die Berechtigungen für einen Benutzer, auf die Dateien eines anderen Benutzers zuzugreifen, stark eingeschränkt, was dieses Problem hervorruft.
Es gibt drei Ansätze, die verfolgt werden können:
Benutzer 1 führt die nötigen Änderungen durch, so dass Benutzer 2 auf die Datei zugreifen kann.
Ein Bereich für den Datenaustausch wird für solche Zwecke angelegt; Benutzer 1 legt eine Kopie der Datei hier ab, die dann von Benutzer 2 kopiert werden kann.
Benutzer 1 verwendet E-Mail, um Benutzer 2 eine Kopie der Datei zu übermitteln.
Es gibt allerdings ein Problem mit der ersten Betrachtungsweise — abhängig davon, wie Zugriffsrechte vergeben werden, kann Benutzer 2 auf alle Dateien des Benutzer 1 zugreifen. Schlimmer noch, es kann auch geschehen, dass auf einmal alle Benutzer im Unternehmen auf die Dateien von Benutzer 1 zugreifen können. Nochviel schlimmer ist es, wenn diese Änderungen nicht rückgängig gemacht werden können, nachdem Benutzer 2 keinen Zugang mehr benötigt und somit die Dateien von Benutzer 1 permanent allen anderen zugängig sind. Leider ist das Thema Sicherheit, wenn Benutzer die Verantwortlichen in dieser Situation sind, selten eine der höchsten Prioritäten.
Der zweite Ansatz eliminiert das Problem, dass alle Dateien von Benutzer 1 für allen anderen zugänglich sind. Sobald jedoch eine Datei sich im Datenaustauschbereich befindet, kann die Datei von allen anderen gelesen (und abhängig von den Berechtigungen, auch geschrieben) werden. Dieser Ansatz hat desweiteren das Problem, dass der Datenaustauschbereich mit Dateien überfüllt wird, da Benutzer häufig vergessen, ihre Dateien aufzuräumen.
Der dritte Ansatz, wenn dieser auch umständlich klingt, ist wahrscheinlich in den meisten Fällen der Beste. Durch standardmäßige E-Mail-Anhangsprotokolle und intelligentere E-Mailprogramme wird das Senden von Dateien zum Kinderspiel und erfordern keine Einmischung vom Systemadministrator. Es besteht natürlich die Chance, dass jemand eine 1GB-Datenbankdatei an alle 150 Mitarbeiter in der Finanzabteilung verschicken möchte, daher ist ein gewisser Grad an Benutzertraining (und gewisse Grenzen für E-Mail-Anhänge) sinnvoll. Keiner dieser Ansätze behandelt jedoch das Problem, wenn zwei oder mehr Benutzer ständigen Zugang zu einer Datei benötigen. In diesem Fall sind andere Methoden notwendig.
Benötigen mehrere Benutzer Zugang zu einer einzigen Datei, ist das Gewähren von Zugang über das Ändern der Zugriffsrechte nicht der beste Ansatz. Es ist auf jeden Fall vorzuziehen, den Status der Datei zu formalisieren. Hierfür gibt es mehrere Gründe:
Dateien, die über ein Benutzerverzeichnis gemeinsam verwendet werden, sind sehr anfällig dafür, unerwartet zu verschwinden, wenn ein Benutzer zum Beispiel die Firma verlässt oder einfach nur seine Dateien neu ordnet.
Die Wartung eines Shared-Access für mehr als zwei Benutzer wird schwieriger, was zu einem langfristigen Problem an unnötiger Arbeit wird, wenn die zusammenarbeitenden Benutzer ihren Verantwortungsbereich wechseln.
Hierfür ist einer der besten Ansätze:
Die Benutzer sollten die direkten Besitzerrechte der Datei aufgeben
Eine Gruppe erstellen, die diese Datei besitzt
Die Datei in einem gemeinsam verwendeten Verzeichnis ablegen, das der Gruppe gehört
Alle Benutzer, die Zugang zu dieser Datei brauchen, als Teil der Gruppe anlegen
Dieser Ansatz funktioniert auch mit mehreren Dateien und kann verwendet werden, um Speicher für große, komplexe Projekte zuzuweisen.
Da der Bedarf an zusätzlichem Festplattenplatz nie endet, muss ein Systemadministrator häufig neuen Festplattenplatz hinzufügen oder manchmal ältere, kleinere Festplatten entfernen. In diesem Abschnitt erhalten Sie Informationen zum Hinzufügen und Entfernen von Speicher.
![]() | Anmerkung |
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Auf vielen Betriebssystemen werden Massenspeichergeräte nach ihrer physikalischen Verbindung zum System benannt. Daher kann das Hinzufügen oder Entfernen von Massenspeichergeräten zu Änderungen in den Gerätenamen führen. Wenn Sie Speicher hinzufügen oder entfernen, sollten Sie grundsätzlich sicherstellen, dass alle Referenzen zu Gerätenamen, die von Ihrem Betriebssystem verwendet werden, akutell sind. |
Der Vorgang des Hinzufügens von Speicher zu einem Computersystem ist relativ einfach. Hier die grundlegenden Schritte:
Hardware installieren
Partitionieren
Partitionen formatieren
Systemkonfiguration aktualisieren
Backup-Planung ändern
Die folgenden Abschnitte beschreiben jeden dieser Schritte eingehender.
Bevor irgendetwas anderes gemacht werden kann, muss die neue Festplatte installiert und zugänglich gemacht werden. Während es viele verschiedene mögliche Konfigurationen gibt, beschreiben die folgenden Abschnitte die beiden häufigsten Arten — das Hinzufügen einer ATA- oder einer SCSI-Festplatte. Die hier aufgeführten grundlegenden Schritte sind auch auf andere Konfigurationen anwendbar.
![]() | Tipp |
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Egal welche Speicher-Hardware Sie verwenden, Sie sollten immer die zusätzliche Last einer neuen Festplatte für das I/O-Subsystem Ihres Computers beachten. Im Allgemeinen sollten Sie versuchen, die I/O Last über alle Kanäle/Busse zu verteilen. Vom Performance-Standpunkt aus ist es wesentlich besser, alle Festplatten auf einen Kanal zu legen und den anderen Kanal leer zu lassen. |
ATA Festplatten werden häufig in Desktop- und kleineren Serversystemen eingesetzt. Fast alle Systeme in diesen Kategorien besitzen integrierte ATA-Controller mit mehreren ATA-Kanälen — meistens zwei bis vier.
Jeder Kanal kann zwei Geräte unterstützen — "Master" und "Slave". Diese beiden Geräte sind über ein Kabel mit dem Kanal verbunden. Aus diesem Grund ist dabei der erste Schritt festzustellen, welche Kanäle verfügbaren Platz für eine zusätzliche Festplatte haben. Eine der folgenden drei Situationen ist möglich:
Es gibt einen Kanal mit nur einer verbundenen Festplatte
Es gibt einen Kanal ohne angeschlossene Festplatte
Es ist kein freier Platz vorhanden
Die erste Situation ist meistens die einfachste, da es wahrscheinlich ist, dass das Kabel einen unbenutzten Stecker hat, an den die neue Festplatte angeschlossen werden kann. Hat das Kabel jedoch nur zwei Stecker (einen für den Kanal und den anderen für die bereits installierte Festplatte) dann müssen Sie dieses Kabel durch eines mit drei Steckern ersetzen.
Bevor Sie die neue Festplatte installieren, stellen Sie sicher, dass die Festplatten, die sich den Kanal teilen, richtig konfiguriert sind (eine als Master, eine als Slave).
Die zweite Situation ist etwas schwieriger, aber nur insofern, dass Sie ein Kabel beschaffen müssen, sodass Sie eine Festplatte an den Kanal anschließen können. Die neue Festplatte kann als Master oder Slave konfiguriert werden (traditionell ist die erste Festplatte auf einem Kanal ein Master).
In der dritten Situation gibt es keinen freien Platz für eine zusätzliche Festplatte. Sie müssen nun eine Entscheidung treffen. Sie können:
Eine ATA-Controller-Karte beschaffen und diese installieren
Eine der bestehenden Festplatten durch eine neue, größere Festplatte ersetzen
Das Hinzufügen einer Controller-Card umfasst das Prüfen der Hardware-Kompatibilität, physikalische Kapazität und Software-Kompatibilität. Die Karte muss mit den Bus-Slots des Computers kompatibel sein, es muss ein freier Slot bestehen und sie muss von Ihrem Betriebssystem unterstützt werden. Das Ersetzen einer installierten Festplatte konfrontiert Sie jedoch mit einem einzigartigen Problem: was passiert mit den Daten auf dieser Festplatte? Hierfür gibt es einige Möglichkeiten:
Schreiben Sie die Daten auf ein Backup-Gerät und stellen Sie diese nach der Installation der neuen Festplatte wieder her
Nutzen Sie Ihr Netzwerk, um die Daten auf ein anderes System mit genügend freiem Speicherplatz zu kopieren und stellen Sie die Daten nach der Installation der neuen Festplatte wieder her
Verwenden Sie den Speicherplatz, der von einer dritten Festplatte physikalisch verwendet wird, indem Sie:
Die dritte Festplatte temporär entfernen
Die neue Festplatte temporär an deren Stelle installieren
Die Daten auf die neue Festplatte kopieren
Die alte Festplatte entfernen
Die alte durch die neue Festplatte ersetzen
Die temporär entfernte dritte Festplatte neu installieren
Die eigentliche Festplatte und die neue Festplatte temporär auf einem anderen Computer installieren, die Daten auf die neue Festplatte kopieren und die neue Festplatte dann im ursprünglichen Computer installieren
Wie Sie sehen, müssen Sie einige Mühe aufwenden, um die Daten (und die neue Hardware) wieder an Ort und Stelle zu bekommen.
SCSI-Festplatten werden gewöhnlich in größeren Workstations und Serversystemen eingesetzt. Im Gegensatz zu ATA-basierten Systemen können SCSI-Systeme integrierte SCSI-Controller besitzen oder auch nicht; wohingegen andere auch eine separate SCSI-Controller-Karte verwenden.
Die Fähigkeiten der SCSI-Controller (eingebaut oder extern) unterscheiden sich auch weitläufig. Sie bieten entweder einen engen oder weiten SCSI-Bus. Die Bus-Geschwindigkeit beträgt entweder Normal, Fast, Ultra, Ultra2 oder Ultra160.
Falls Sie mit diesen Begriffen nicht vertraut sind (diese wurden kurz im Kapitel Abschnitt 5.3.2.2 beschrieben), müssen Sie die Fähigkeiten Ihrer Hardwarekonfiguration feststellen und eine passendes neues Laufwerk wählen. Die beste Quelle für Informationen hierzu ist die Dokumentation zu Ihrem System und/oder dem SCSI-Adapter.
Sie müssen dann herausfinden, wieviele SCSI-Busse auf Ihrem System zur Verfügung stehen und welche davon Platz für eine neue Festplatte haben. Die Anzahl der SCSI-unterstützten Geräte hängt von der Busbreite ab:
Narrow (8-Bit) SCSI-Bus — 7 Geräte (plus Controller)
Wide (16-Bit) SCSI-Bus — 15 Geräte (plus Controller)
Der erste Schritt dabei ist festzustellen, welche Busse freien Platz für eine zusätzliche Festplatte haben. Sie finden dabei eine der drei folgenden Situationen vor:
Es gibt einen Bus, an den weniger als die maximale Anzahl von Festplatten angeschlossen ist
Es gibt einen Bus, an den keine Festplatten angeschlossen sind
Es gibt auf keinem Bus freien Platz
Die erste Situation ist meistens die Einfachste, da das Kabel wahrscheinlich einen unbenutzten Stecker hat, an den die neue Festplatte angeschlossen werden kann. Hat das Kabel jedoch keinen freien Stecker, müssen Sie das Kabel durch eines ersetzen, das mindestens einen Stecker mehr hat.
Die zweite Situation ist etwas schwieriger, wenn auch nur daher, dass Sie irgendwie ein Kabel beschaffen müssen, mit dem Sie die Festplatte an den Bus anschließen können.
Wenn es nicht genügend Platz für eine zusätzliche Festplatte gibt, müssen Sie eine Entscheidung treffen. Möchten Sie:
Eine SCSI-Controller-Karte beschaffen und diese installieren
Eine der installierten Festplatten durch eine neue, größere Festplatte ersetzen
Das Hinzufügen einer Controller-Card bringt das Prüfen auf Hardware-Kompatibilität, physikalischer Kapazität und Software-Kompatibilität mit sich. Die Karte muss mit den Bus-Slots des Computers kompatibel sein. Es muss ein freier Slot bestehen und die Karte muss von Ihrem Betriebssystem unterstützt werden.
Das Ersetzen einer installierten Festplatte bereitet ein einzigartiges Problem: was passiert mit den Daten auf dieser Festplatte? Hierfür gibt es einge Möglichkeiten:
Schreiben Sie die Daten auf ein Backup-Gerät und stellen Sie diese nach der Installation der neuen Festplatte wieder her
Nutzen Sie Ihr Netzwerk, um die Daten auf ein anderes System mit genügend freiem Speicherplatz zu kopieren und stellen Sie die Daten nach der Installation der neuen Festplatte wieder her
Verwenden Sie den Speicherplatz, der von einer dritten Festplatte physikalisch verwendet wird, indem Sie:
Die dritte Festplatte temporär entfernen
Die neue Festplatte temporär an deren Stelle installieren
Die Daten auf die neue Festplatte kopieren
Die alte Festplatte entfernen
Die alte durch die neue Festplatte ersetzen
Die temporär entfernte dritte Festplatte neu installieren
Die eigentliche Festplatte und die neue Festplatte temporär auf einem anderen Computer installieren, die Daten auf die neue Festplatte kopieren und die neue Festplatte dann im ursprünglichen Computer installieren
Sobald Sie einen Stecker zur Verfügung haben, an den Sie die neue Festplatte anschließen können, müssen Sie sicherstellen, dass die SCSI-ID der Festplatte richtig gesetzt ist. Hierfür müssen Sie wissen, welche IDs alle anderen Geräte am Bus (inklusive Controller) für ihre SCSI verwenden. Am einfachsten finden Sie dies heraus, wenn Sie auf das BIOS des SCSI-Controllers zugreifen. Dies geschieht gewöhnlich durch das Drücken einer bestimmten Tastenfolge während des Booten des Systems. Sie können sich dann die Konfiguration des SCSI-Controllers und aller Geräte, die an allen Bussen angeschlossen sind, ansehen.
Als nächstes müssen Sie den richtigen Abschluss des Busses beachten. Wenn Sie eine neue Festplatte hinzufügen, sind die Regeln ziemlich einfach — wenn die neue Festplatte das letzte (oder einzige) Gerät auf dem Bus ist, muss diese einen Endwiderstand haben. Ansonsten muss der Endwiderstand aktiviert sein.
Jetzt können Sie zum nächsten Schritt im Prozess übergehen — das Partitionieren Ihrer neuen Festplatte.
Sobald die Festplatte installiert ist, können Sie eine oder mehr Partitionen erstellen, um den Speicherplatz für Ihr Betriebssystem zur Verfügung zu stellen. Die Tools hierfür variieren von Betriebssystem zu Betriebssystem, aber die grundlegenden Schritte bleiben die gleichen:
Wählen Sie die neue Festplatte aus
Sehen Sie sich die aktuelle Partitionstabelle der Festplatte an, um sicherzustellen, dass die Festplatte, die Sie partitionieren wollen, auch wirklich die Richtige ist
Löschen Sie alle unerwünschten Partitionen, die sich eventuell noch auf der neuen Festplatte befinden
Erstellen Sie die neuen Partitionen und stellen Sie sicher, dass Sie die gewünschte Größe und den Partitionstyp angeben
Speichern Sie die Änderungen und verlassen Sie das Partitionsprogramm
![]() | Achtung |
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Bei der Partitionierung einer neuen Festplatte ist es wichtig, dass Sie sicher sind, das Sie die richtige Festplatte partitionieren. Ansonsten laufen Sie Gefahr, eine Festplatte zu partitionieren, die bereits verwendet wird, was in Datenverlust endet. Stellen Sie auch sicher, dass Sie die beste Partitionsgröße gewählt haben. Überlegen Sie sich dies gut, denn ein nachträgliches Ändern ist wesentlich schwieriger als sich jetzt ein bisschen Zeit zu nehmen um dies zu durchdenken. |
Jetzt besitzt die neue Festplatte eine oder mehr Partitionen. Bevor jedoch der Speicherplatz auf diesen Partitionen verwendet werden kann, müssen diese erst formatiert werden. Durch das Formatieren wählen Sie ein bestimmtes Dateisystem aus, das mit jeder Partition verwendet werden soll. Dies ist ein wichtiger Punkt im Leben dieser Festplatte; die Entscheidungen, die Sie hier treffen können später nicht ohne großen Aufwand rückgängig gemacht werden.
Das eigentliche Formatieren geschieht über ein Utility-Programm; die jeweilig durchzuführenden Schritte hängen vom Betriebssystem ab. Sobald die Formatierung abgeschlossen ist, ist die Festplatte richtig für den Einsatz konfiguriert.
Bevor Sie fortfahren, sollten Sie Ihre Arbeit prüfen, indem Sie auf die Partition zugreifen und sicherstellen, dass alles in Ordnung ist.
Sollte Ihr Betriebssystem jegliche Konfigurationsänderungen zur Verwendung des neuen Speichers benötigen, ist jetzt der Zeitpunkt, diese Änderungen durchzuführen.
Sie können relativ sicher sein, dass das Betriebssystem ordnungsgemäß konfiguriert ist, um den neuen Speicher automatisch zugänglich zu machen, wenn das System bootet (wenn Sie die Zeit haben, Ihr System schnell einmal neu hochzufahren, ist dies sicherlich sinnvoll — nur um sicherzugehen).
Im nächsten Abschnitt erfahren Sie mehr über einige häufig vergessene Schritte beim Hinzufügen von neuem Speicher.
Davon ausgehend, dass der neue Speicher nicht nur temporär ist und keine Backups benötigt, ist dies der Zeitpunkt, die nötigen Änderungen an den Backup-Prozessen durchzuführen, sodass ein Backup des neuen Speichers durchgeführt wird. Die genaue Prozedur hängt davon ab, wie Backups auf Ihrem System durchgeführt werden. Hier finden Sie jedoch einige Punkte, die Sie dabei Auge behalten sollten:
Überlegen Sie die optimale Backup-Häufigkeit
Entscheiden Sie, welche Art Backup am angemessensten ist (nur vollständige Backups, vollständig inkrementelle Backups, vollständig differentiale Backups etc)
Bedenken die Auswirkungen des zusätzlichen Speichers auf die Belegung der Backup-Medien
Beurteilen Sie, ob die zusätzlichen Backups Auswirkungen auf die anderen Backups haben und versuchen Sie, Zeit außerhalb der eigentlichen Backup-Zeiten hierfür aufzuwenden
Stellen Sie sicher, dass die Änderungen an die jeweilig betroffenen Personen weitergegeben werden (andere Systemadministratoren, Betriebspersonal etc.)
Sobald Sie all dies durchgeführt haben, können Sie den neuen Speicher verwenden.
Das Entfernen von Festplattenplatz von einem System ist einfach, da die meisten Schritte wie in der Installationsabfolge ausgeführt werden (natürlich in umgekehrter Reihenfolge):
Verschieben Sie alle zu speichernden Daten von der Festplatte
Ändern Sie die Backup-Planung, so dass nicht länger ein Backup dieser Festplatte durchgeführt wird
Aktualisieren Sie die Systemkonfiguration
Löschen Sie den Inhalt der Festplatte
Entfernen Sie die Festplatte
Wie Sie sehen, müssen Sie im Vergleich zum Installationsprozess einige Extra-Schritte durchführen. Diese Schritte werden in den folgenden Abschnitten beschrieben.
Sollten sich Daten auf der Festplatte befinden, die gespeichert werden müssen, müssen Sie als erstes festlegen, wo die Daten abgelegt werden sollen. Dies hängt im Wesentlichen davon ab, was mit den Daten passieren soll. Wenn die Daten z.B. nicht länger aktiv verwendet werden sollen, sollten diese archiviert werden. Am besten geschieht dies in Form allgemeiner System-Backups. Das bedeutet, dass Sie sich angemessene Aufbewahrungszeiten für dieses endgültige Backup überlegen müssen.
![]() | Tipp |
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Denken Sie daran, dass zusätzlich zu den Datenaufbewahrungrichtlinien Ihres Unternehmens eventuell gesetzliche Regelungen für die Datenaufbewahrung gelten. Kontaktieren Sie daher die jeweilig für die Daten verantwortliche Abteilung, da diese die angemessene Aufbewahrungszeit kennen sollten. |
Wenn auf der anderen Seite diese Daten noch genutzt werden, sollten diese auf einem System, das am besten für die Verwendung geeignet ist, abgelegt werden. Ist dies der Fall, wäre es wohl am einfachsten, die Daten zu verschieben, indem Sie die Festplatte auf dem neuen System neu installieren. Wollen Sie dies durchführen, sollten Sie ein vollständiges Backup der Daten anlegen — es wurden schon Festplatten mit wertvollen Daten fallengelassen (und damit alle Daten vernichtet), wobei nichts Gefährlicheres damit gemacht wurde, als damit durch ein Datenzentrum zu laufen.
Egal ob die Festplatte wertvolle Daten enthielt, ist es auf jeden Fall eine gute Idee, den Inhalt der Festplatte zu löschen, bevor Sie diese anderweitig zuweisen oder aufgeben. Der offensichtliche Grund ist, um sicherzustellen, dass keine empfindlichen Daten auf der Festplatte bleiben. Es ist außerdem ein guter Zeitpunkt, den Zustand der Festplatte zu prüfen, indem Sie einen Lese/Schreib-Test für defekte Blöcke auf dem gesamten Laufwerk durchführen.
![]() | Wichtig |
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Viele Unternehmen (und Behörden) haben spezielle Methoden für das Löschen von Daten auf Festplatten und anderen Speichermedien. Sie sollten immer sicherstellen, dass Sie diese Anforderungen verstehen und diese befolgen. In vielen Fällen gibt es rechtliche Auswirkungen, wenn Sie dies nicht tun. Das obige Beispiel sollten keinesfalls als die einzige Methode zum Löschen einer Festplatte betrachtet werden. Zusätzlich dazu können Unternehmen, die mit empfindlichen Daten arbeiten bestimmten rechtlichen Prozeduren für das Entsorgen von Festplatten unterliegen (zum Beispiel die vollständige Zerstörung dieser). In diesen Fällen sollten Sie sich an die Sicherheitsabteilung für weitere Informationen und Richtlinien wenden. |
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